Digitale Insellösungen überwinden: Warum Vernetzung der nächste Schritt der Schuldigitalisierung ist
Schulen fehlt es nicht an digitalen Werkzeugen, sondern an deren Vernetzung. Wie EduPage und studypilot zusammenspielen.
Schulleiter Achim Bäumer zeigt, wie Lernende der Siebengebirgsschule Bonn Aufgaben selbst in ihre Woche einplanen und so selbstreguliertes Lernen üben.
Wer sein Lernen selbst steuern soll, braucht Gelegenheiten, genau das zu üben. An der Siebengebirgsschule Bonn gehört diese Überzeugung seit vielen Jahren zum Schulkonzept. Seit Sommer 2026 entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit studypilot die digitale Unterstützung dafür weiter. Besonders begeistert uns ein Schritt, der unseren Lernalltag verändert: Unsere Lernenden planen konkrete Aufgaben selbst in ihre Woche ein, bevor sie mit der Bearbeitung beginnen.
Als Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache begleiten wir Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Wir möchten ihnen ermöglichen, zunehmend Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Dazu gehören passende Materialien, verständliche Anforderungen und Menschen, die ihnen helfen, den nächsten Schritt zu gehen.
In unseren Lernateliers konnten die Lernenden schon lange Materialien auswählen, selbstständig damit arbeiten und ihre Arbeitszeit mitgestalten. Coachinggespräche und individuelle Lernbegleitung unterstützen sie dabei. Für unseren Schulentwicklungsweg wurden wir 2024 mit dem Hauptpreis des Deutschen Schulpreises ausgezeichnet.
Eine Frage beschäftigt uns dabei immer wieder: Wie können wir Lernende noch besser darin unterstützen, ihre Arbeit vorausschauend zu planen? Die Möglichkeit zum selbstständigen Arbeiten allein reicht dafür nicht aus. Auch das Einschätzen, Einteilen und Überprüfen der eigenen Arbeit will gelernt sein. Genau hier setzt unsere intensivierte Zusammenarbeit mit studypilot an.
Unsere Lernbegleitung stellt Aufgaben in einem gemeinsamen Pool bereit. Von dort lassen sich passende Aufgaben unkompliziert in die jeweilige Lerngruppe übertragen und den Lernenden zur Verfügung stellen. So können wir Materialien im Kollegium gemeinsam nutzen und die Aufgaben für unsere Gruppen zusammenstellen.
Für die Lernenden beginnt die Arbeit anschließend mit einer Planungsentscheidung. Aus ihrer Aufgabenübersicht nehmen sie einen konkreten Auftrag und ordnen ihn ihrem Wochenstundenplan zu. Dabei planen sie die Aufgabe selbst ein. Aus einem allgemeinen Eintrag wie „Mathematik“ wird beispielsweise „Die ersten fünf Aufgaben zu Brüchen bearbeiten“. Wie die Wochenplanung in studypilot funktioniert, erklärt das Hilfe-Center.
Größere Aufträge lassen sich dafür in kleinere Arbeitsschritte aufteilen und auf mehrere Zeitfenster verteilen. Die Lernenden beschäftigen sich also vorab damit, was sie angehen möchten und wie sie ihre Arbeit überschaubar einteilen können.
Unser vereinbarter Ablauf sieht vor, dass eine Aufgabe zunächst in die Woche eingeplant wird. Anschließend kommt sie zur Bearbeitung auf den digitalen Schreibtisch, den Desk. Damit erhält das Planen einen festen Platz im Arbeitsprozess.
Für uns ist das ein echter Gamechanger. Selbstorganisation wird auf diese Weise bei jedem Arbeitsauftrag praktisch geübt. Die Lernenden treffen eine eigene Entscheidung über ihr Vorgehen und können später gemeinsam mit ihrer Lernbegleitung darauf zurückblicken.
Auch für unsere Lernbegleitung verbessert sich der Überblick erheblich. Auf dem Desk wird sichtbar, welche Aufgaben die Lernenden in Arbeit genommen haben. Die Aufgabenkarten bündeln Materialien und genauere Arbeitsanweisungen. Teilaufgaben können bearbeitet und Ergebnisse auch direkt in studypilot geschrieben werden.
Dazu kommt die Möglichkeit, Rückmeldungen zu geben. Wir können auf Bearbeitungen eingehen und gemeinsam klären, was bereits gelungen ist und wo weitere Unterstützung gebraucht wird. Die Lernenden können außerdem eigene Ziele formulieren. So verbinden sich die Planung der Woche, die konkrete Arbeit und das Gespräch über den Lernprozess.
Diese Transparenz hilft uns, gezielter zu begleiten. Wenn eine Aufgabe liegen bleibt oder die Planung zu umfangreich war, haben wir einen konkreten Ausgangspunkt für das Coaching. Die digitale Übersicht unterstützt dabei das persönliche Gespräch und hilft uns, genauer hinzusehen.
Was uns an studypilot besonders begeistert, ist die Zusammenarbeit mit den Menschen dahinter. Wir haben ein junges, dynamisches und ausgesprochen flexibles Team erlebt, das sich intensiv auf unsere pädagogischen Vorstellungen eingelassen hat.
Wir konnten unsere Wünsche aus dem Schulalltag einbringen, Abläufe gemeinsam durchdenken und erleben, wie professionell daraus nutzbare Funktionen entstanden. Unsere Ideen zur Aufgabenplanung und Lernbegleitung fanden Gehör und wurden in der Entwicklung aufgegriffen. Diese Offenheit und die schnelle, engagierte Umsetzung haben die Zusammenarbeit für uns besonders wertvoll gemacht.
So konnten wir gemeinsam Funktionen weiterentwickeln, die sehr genau zu unserem Konzept passen. studypilot unterstützt uns dabei, selbstreguliertes Lernen im Alltag zu trainieren und die dafür notwendige Begleitung zu organisieren.
Über rund zehn Jahre hatten wir mit unserem selbst entwickelten Lernnavi gearbeitet. Dass studypilot dieses Instrument inzwischen abgelöst hat, zeigt, welchen Stellenwert die Plattform für uns gewonnen hat. Zusammen mit EduPage gehört studypilot heute zu unseren wichtigsten digitalen Werkzeugen.
Dabei überzeugt uns das Zusammenspiel der Funktionen. Aufgaben bereitstellen, die eigene Woche planen, Arbeitsschritte bearbeiten, Ziele formulieren und Rückmeldungen erhalten: Diese Möglichkeiten greifen dort ineinander, wo unsere Lernenden täglich lernen.
Wir sind begeistert davon, wie viel wir mit dem studypilot-Team bereits verwirklichen konnten. Besonders schätzen wir, dass unsere Erfahrungen aus der Schule die Entwicklung unmittelbar mitprägen können. Für uns ist das eine Zusammenarbeit, die unsere pädagogische Arbeit spürbar voranbringt. Wie studypilot Schulen unterstützt, erfahren Sie auf der Seite für Schulen.
studypilot befand sich bereits während der Arbeit an meinem Buch bei uns in der Entwicklung und wird darin auch aufgegriffen. Wer nachvollziehen möchte, wie sich unser Schulkonzept nach und nach entwickelt hat und warum studypilot darin für uns wichtig geworden ist, findet dort die Hintergründe.
In „Unterricht vermeiden, um Lernen möglich zu machen! – Wie Schule durch Selbstverantwortung neu gedacht wird“ beschreibe ich unseren Weg zu einer Lernkultur, in der junge Menschen zunehmend Verantwortung übernehmen und dabei verlässlich begleitet werden.
Achim Bäumer: Unterricht vermeiden, um Lernen möglich zu machen! Wie Schule durch Selbstverantwortung neu gedacht wird. BoD – Books on Demand, 2026. ISBN 978-3-6963-9356-4